Welche Erfahrungen macht Ihr?

    • Welche Erfahrungen macht Ihr?

      Hallo alle zusammen,

      ich würde gerne wissen, wie Eure Erfahrungen sind. Wie lange macht Ihr das schon und wie kommen die Kinder, wenn es welche gibt, damit zurecht z.B: in der Schule, bei Freunden usw. Wie setzt Ihr die Ernährung um, wenn Ihr mal länger unterwegs seit?

      Wir, d.h. mein Mann, meine drei Söhne (11, 9, 7) und ich, haben heute die Einführungsdiät gestartet. Ich habe extra bis zu den Herbstferien gewartet, damit wir ganz entspannt einsteigen können. Die Kinder machen bis jetzt gut mit und die Suppe heute morgen hat auch sehr gut geschmeckt. Die Honigbonbons kommen sehr gut an. Alledings habe ich nur die Hälfte an Honig verarbeitet und auch das ist uns noch zu süß. Schwieriger ist es, nicht ständig zwischendurch zu naschen, sondern einfach mal was zu trinken. Ich hoffe, dass wir zu Schulbeginn dann schon in Phase 3 oder 4 sind, damit die Kinder wenigstens Pfannkuchen, Muffins und frischgepresste Säfte mit in die Schule nehmen können.

      Ich erhoffe mir daduruch mehr Gesundheit, denn bei uns gibt es viele Allergien und Unverträglichkeiten, ständige Erkältungen und Mittelohrentzündungen und in der Familie nun seit 6 Monaten nun auch ein Diabetes Typ1 bei einem meiner Söhne. Nachdem ich beide Bücher gelesen habe, ist mir völlig klar, dass erstmal der Darm wieder auf Vordermann gebracht werden muss. Alles weitere müssen wir abwarten.

      Viele Grüße,
      Anna
    • Liebe Anna,

      es ist schon über ein Jahr her, dass du deine Frage gestellt hattest. Trotzdem will ich dir antworten, in der Hoffnung, dass es dir oder anderen Lesern nützt.

      Unsere Erfahrungen mit der GAPS-Diät waren sehr gut. Sie hat das Verhalten unseres Sohnes schlagartig verändert und ihn von Ritalin-Einnahme bewahrt. In der 1. Klasse vor der GAPS-Diät konnte er keinen Augenkontakt herstellen, sich nicht konzentrieren, war in der Klasse sehr unruhig, aggressiv und nicht zu bändigen. Diagnosen: Asperger oder ADHS, je nach Arzt. Die Regelschulen wollten ihn ohne Medikamente nicht haben. Die geeignete Sonderschule hatte keine Plätze frei. Also blieb er mit mir zuhause und wir starteten die GAPS-Diät. Inzwischen bekamen einen Platz in der speziellen Schule, wo nur 10 Kinde pro Klasse sind. Die Lehrerin versteht nicht ganz, wie es dazu kam, dass er auf einer Regelschule nicht zurecht kam, weil sie ihn erst nach einem halben Jahr GAPS kennenlernte. Sie meint, er sollte bald wieder auf eine Regelschule wechseln, weil er weder Konzentrations- noch Hyperaktivitäts-, noch sonst welche Symptome zeigt. Diese drastische Veränderung haben wir GAPS-Diät zu verdanken, die wir als ganze Familie halten und alle davon profitieren. Wir sind schlank, gesund, leistungsfähig und nie krank, auch wenn alle anderen um uns herum irgendwelchem Infekt erliegen.

      Allerdings hat der Sohn, wegen dem wir die Diät gestartet haben, auch noch eine Autoimmunerkrankung (Schuppenflechte), die sich während der GAPS-Diät verschlechterte. Also recherchierte ich auch darüber und nun kombinieren wir GAPS mit AIP (Autoimmunprotokoll). Dadurch wurde Lebensmittelliste noch spärlicher, aber nun haben wir beide Erkrankungen im Griff. Da dein Sohn auch eine Autoimmunerkrankung hat (Diabetes Typ1), würde ich dir diese Vorgehensweise auch sehr empfehlen. Das Buch dazu:
      amazon.de/Die-Pal%C3%A4o-Thera…1&keywords=paleo+therapie
      Die beiden Bücher widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich, würde ich sagen. Nach AIP sind auch alle Milchprodukte, Eier, Nüsse und Samen und Nachtschattengemüse zunächst verboten. Später kann man einiges wieder einführen, was man verträgt. Da Diabetes Typ1 um einiges gefährlicher ist, als Schuppenflechte, kann ich dir wirklich nur raten, dich ergänzend mit AIP zu beschäftigen.

      So, nun zu deiner Frage, wie wir es im Alltag und auf Reisen bewältigen:
      Wir sehen zu, dass wir immer Gemüse und Fleisch oder Fisch zuhause haben. Im Winter gibt es öfter Suppen, im Sommer Salat mit gebratenem Fleisch/Fisch/Leber. Das ist eine Sache der Planung, aber gut machbar.
      Seit der Umstellung machen wir nur noch Urlaube mit Selbstversorgung. Gemüse und Fleisch/Fisch bekommt man überall.
      Wenn wir ins Restaurant essen gehen, dann ist schon viel mehr zu beachten. Beim Griechen z.B. kann man vieles bestellen, einfach, Beilage und Tzatziki abbestellen und stattdessen um mehr Salat oder Oliven bitten. Auch sehr beliebt bei uns: asiatisches Buffet mit mongolischem Barbeque. Die deutsche Küche ist gefährlicher, da werden viel häufiger Mehl, Stärke, Sahne und Geschmacksverstärker in der Soße eingesetzt, besonders, wenn das Lokal niedrige Preise hat. Ich würde sagen, unsere Restaurantbesuche haben eine 75% Erfolgsquote. Bei dem übrigen Viertel geht trotz Nachfragen etwas schief, was wir am nächsten Tag an der Haut und Verhalten sehen können.
      In die Schule und Kindergarten gebe ich meinen jüngeren Kindern Essen mit, wobei die Tochter im Kindergarten, dort auch mal Geburtstagskuchen essen darf. Mein ältester Sohn hat keinerlei Verdauungsprobleme und darf an einem Tag der Woche, an dem er Nachmittagsunterricht hat, in der Schulkantine essen. Er ist überhaupt wegen der Diät recht sauer, weil er eben gesund ist und gerne weiterhin Nudeln und Pizza und Brötchen essen würde. Wir erklären ihm, dass diese konventionelle Ernährungsform auch ihm irgendwann später schaden kann, allerdings erlauben wir ihm Ausnahmen, wenn die jüngeren Geschwister nicht da sind, damit er nicht so das Gefühl hat, unter der Krankheit seines Bruders zu leiden.
      Am schlimmsten finde ich Geburtstage und andere Feste. Der Kleinen (3Jahre) kann ich noch nicht begreiflich machen, warum sie manche Dinge nicht essen soll. Also machen wir für sie Ausnahme. Nachdem wir ihren Darm mit GAPS gründlich auf Vordermann gebracht haben, verträgt sie solche Ausnahme Tage ganz gut, ohne rückfällig zu werden. Der Große (11) will auch nicht verzichten, weil er ja alles verträgt, also darf er auch alles vom Buffet essen. Und für das Hauptproblemkind (9) wird es dadurch erst recht traurig, denn er darf keine Ausnahmen machen.Er beklagt sich nicht, aber ich sehe den Neid und die Traurigkeit in seinen Augen, wenn alle um ihn herum Waffeln, Chips, Pizza usw. essen. Für ihn nehme ich grundsätzlich alles mit: Hauptspeise, Dessert und Naschzeug. Dabei versuche ich natürlich möglichst schmackhafte, außergewöhnliche Dinge für ihn vorzubereiten, damit es auch für ihn so eine Art 'Festessen" wird.

      Am schwierigsten finde ich, wie man der Verwandschaft erklärt, warum man "es dem armen Kind antut". Daran haben wir schon viele Nerven verloren. Meine Schwiegermutter, z.B., will keine Erklärung zu diesem Thema akzeptieren. Ihrer Meinung nach, terrorisieren wir unsere Kinder damit aus Bosheit und nehmen ihnen die Kindheit weg, denn was ist das für eine Kindheit ohne diese ganzen Süßigkeiten. Wenn sie sieht, wie die Kinder unsere selbstgemachten Süßigkeiten mir Genuss vertilgen und loben, dann heißt es: Die armen Kinder sind so ausgehungert nach Zucker, dass sie selbst dieses gesunde Zeug lecker finden. Wenn wir ihr Beispiele bringen, wie unser Sohn nach heimlichen Verzehr von Brötchen anschließend 2 Tage lang wie auf Drogen war und nur aggressiv randalierte, zuhause und in der Schule, dann haben wir seine Unverträglichkeit selbst verursacht, indem wir ihm Brötchen erst abgewöhnt haben. Dass er vor der GAPS-Diät fast jeden Tag so war, zählt nicht. Dass unsere Kinder sein der Umstellung nicht mehr Infektanfällig sind und überhaupt sehr gesund aussehen, ignoriert sie. Für sie sind wir böse Menschen, die ihre armen Enkel traumatisieren.

      Und wie sind deine Erfahrungen? Macht ihr diese Diät noch? Wenn ja, wie macht ihr das an Geburtstagen und Festen? Wie reagieren eure Bekannten und Verwandten darauf?
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